Aujeszkysche Krankheit – Positive Antikörpernachweise bei zwei Wildschweinen im Landkreis Calw

Aujeszkysche Krankheit

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Die Aujeszkysche Krankheit (AK) ist eine Viruserkrankung, die vorrangig bei Schweinen 
auftritt und bei Hausschweinen anzeigepflichtig ist. Seit 2003 gilt die Hausschweinepo-
pulation in Deutschland als frei von AK. In der Wildschweinepopulation ist das Virus 
aber nach wie vor verbreitet. Bei deutschlandweiten Untersuchungen von Schwarzwild 
im Rahmen von Monitoringprogrammen erfolgen immer wieder vereinzelt Nachweise 
von antikörperpositiven Tieren. 

 

In Baden-Württemberg wurden 2021 im Landkreis Esslingen positive Antikörperbe-
funde bei Wildschweinen festgestellt. Nun ergaben auch im Landkreis Calw routine-
mäßige Untersuchungen auf die Afrikanische Schweinepest als Nebenbefund zwei po-
sitive AK-Antikörpernachweise. Aufgrund des meist unauffälligen Krankheitsverlaufs 
beim Schwarzwild wirken infizierte Tiere trotz der Infektion meist klinisch gesund. 

 

Der Erreger der AK stellt für den Menschen keine Gefahr dar; Hunde sind aber durch-
aus empfänglich für eine Ansteckung. Die typischen Krankheitsanzeichen beim Hund 
sind plötzliche Apathie, Wesensveränderung, Appetitlosigkeit, Erbrechen, unstillbarer 
Juckreiz, hohes Fieber und/oder Lähmungserscheinungen. Eine Infektion kann zum 
Tode führen. Ein Impfstoff für Hunde ist leider noch nicht verfügbar. 

 

Eine Ansteckung erfolgt i. d. R. über die Aufnahme von rohem Fleisch oder von Inne-
reien infizierter Wildschweine oder durch den Kontakt mit deren Körperausscheidun-
gen. Um die Wahrscheinlichkeit für die Ansteckung gering zu halten sollten unmittel-
bare Kontakte von Hunden, v.a. Jagdhunden, mit Wildschweinen auf das Notwen-
digste beschränkt werden. Eine Verfütterung von rohem Fleisch oder rohem Aufbruch 
sollte zur Risikominimierung unterlassen werden.