Leitfaden Nachsuche

Liebe Jägerschaft,

das neue Jagdjahr hat begonnen und die Temperaturen steigen langsam wieder an. Bitte denken Sie daran unsere Gespanne möglichst früh zu informieren, damit noch vor der Hitze eine Nachsuche durchgeführt werden kann. Der Jägervereinigung Freudenstadt stehen mit Albert Bengel, Martin Dedi und Andreas Laupheimer 3 anerkannte Nachsuchengespanne aus dem Landkreis FDS zur Verfügung. Im angrenzenden Landkreis RA stehen uns mit Thomas Bauer und Bernd Schindler noch 2 weitere Gespanne zur Verfügung. Somit sind wir im Bereich Nachsuchenwesen bestens aufgestellt.

Die Gespanne sind in der Regel rund um die Uhr und das ganze Jahr für Sie erreichbar. Die Nachsuchenführer sind gut untereinander vernetzt und gleichmäßig auf der Fläche des Landkreises verteilt.

Egal, welche Wildart bejagt wird, ob Fuchs oder der Kronenhirsch, so hat doch jede Kreatur den selben Anspruch auf eine professionelle und vor allem waid- und tierschutzgerechte Nachsuche!!!

Helfen Sie unseren Spezialisten und beachten Sie den folgenden Leitfaden und die goldenen Regeln.

Vielen Dank, guten Anblick und Waidmannsheil

 

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7 Goldene Regeln VOR dem Schuss:

  1. Sei dir stets der Treffpunktlage deiner Waffe sicher, häufiges Üben vermindert das Jagdfieber!
  2. Sorge für sichere Auflage der Waffe, so dass du die Kugel in Ruhe abgeben kannst!
  3. Spreche das Stück sorgfältig an und schieße nur, wenn du den Schuss vor dem Tier auch verantworten kannst!
  4. Schieße ein Kaliber mit ausreichend großem Geschossdurchmesser!
  5. Der Ausschuss bringt den Schweiß!
  6. Vermeide unbedingt Haupt- und Trägerschüsse! Wildtiere sind keine lebenden Zielscheiben!
  7. Trage, wenn möglich, nur vertrautem Wild die Kugel an!

 

7 Goldene Regeln BEIM Schuss:

  1. Achte auf sicheren Kugelfang (gewachsener Boden)!
  2. Schieße nur bei Büchsenlicht! Baumstümpfe etc. dürfen dir kein Wildtier vorgaukeln können!
  3. Schieße nur auf ein breit stehendes Stück mit erhobenem Haupt!
  4. Bewahre die Ruhe, Augen und Ohren sagen dir viel über die Reaktion des Wildes!
  5. Sei gegebenenfalls sofort wieder schussbereit (Krellschuss)!
  6. Merke dir Anschussort an markanten Punkten im Gelände und Zeichnen des Wildes in Schuss und Flucht!
  7. Lasse dem Stück genügend Zeit zum Verenden ohne dass es dich als Todfeind wahrnimmt!

 

7 Goldene Regeln NACH dem Schuss:

  1. Jede Nachsuche beginnt am Anschuss! Gehe vorsichtig (mit Gegenwind) zum Anschuss, markiere und untersuche diesen bei ausreichender Helligkeit mit den Augen, nicht mit den Füssen!
  2. Lerne die Pirschzeichen richtig zu deuten! Sie geben Hinweise auf den Sitz der Kugel.
  3. Verletztes Wild, das nach dem Schuss den Jäger nicht wahrnimmt, geht so schnell wie möglich noch in der Nähe ins Wundbett. Lasse ihm ausreichend Zeit (mindestens 3 - 4 Stunden/über Nacht), um richtig krank zu werden!
  4. Gehe der Wundfährte nur dann nach, wenn es absolut sicher zur Totsuche kommt und das Stück schon verendet sein muss!
  5. Nachsuche ist keine Nachtsuche! Winzige Pirschzeichen erkennst du nur bei vollem Tageslicht.
  6. Tierschutz geht vor Wildbretverwertung!
  7. Keine Pirschzeichen gefunden heißt nicht immer Fehlschuss! Schwarzwild zeichnet sehr oft nur unmerklich, Kontroll-Nachsuche ist immer anzuraten!

 

7 Goldene Regeln für die NACHSUCHE:

  1. Bei der Nachsuche ist falscher Ehrgeiz fehl am Platz!
  2. Suche Schalenwild nur bei eindeutigen Kammerschüssen, bis maximal 100 m, mit dem eigenen Hund, ausschließlich am Riemen (keine Freiverlorensuche) nach!
  3. Der Einsatz nicht geeigneter Hunde erschwert die anschließende Arbeit des Schweißhundes und verhindert oft, dass das Stück zur Strecke kommt und somit erlöst werden kann!
  4. Hole dir bei geringstem Zweifel die Hilfe eines versierten Nachsuchenführers mit geprüftem Schweißhund herbei!
  5. Anerkannte Nachsuchenführer sind zu jeder Tag- und Nachtzeit telefonisch erreichbar!
  6. Nachsuchen sind kostenlos bzw. beschränken sich ggf. auf anfallende Spritkosten des Schweißhundführers!
  7. Nachsuchenführer sind Idealisten, verschwiegen und nur dem Tierwohl verpflichtet!

 

Pirschzeichen:

  • Durch den Kugelschuss hervorgerufene Veränderungen an Boden, Pflanzen oder Wildkörper,
  • ermöglichen Analyse der Schusswirkung und damit meist Beurteilung des Kugelsitzes am/im Wildkörper dazu zählen:
    • Zeichnen im Schuss, Schrecken, Klagen,
    • Kugelschlag, Kugelriss im Boden oder Holz,
    • Schaleneingriffe, Bodenausrisse,
    • Schnitthaar und Risshaar (Aussehen, Länge, Farbe gemäß Wildart),
    • Knochensplitter (Röhren-, Schädel-, Rippen-, und Gelenkknochen), Knochenmark
    • Schweiß: arterieller (hellrot), venöser (dunkelrot), Lungen-, Leber-/Milzschweiß,
    • Gescheideinhalt,
    • Form der Schweißtropfen (abgestreift, getropft/ Fluchtrichtung).

 

     wichtige Informationen für den Nachsuchenführer (jede Information hilft):

  • Schnelle Info an das Nachsuchengespann (Telefon, SMS, etc.), unabhängig von der Uhrzeit
  • Nur so kann der Hundeführer Termine ggf. rechtzeitig verlegen und helfen
  • Wildart und Stärke (Gefahr für das Nachsuchengespann)
  • Zeit der Schussabgabe/Stehzeit der Fährte
  • Entfernung zum beschossenen Stück
  • Wie abgekommen
  • welche Körperseite (Ein- bzw. Ausschuss)
  • Schusszeichen des Wildes
  • Gefundene/sichergestellte Pirschzeichen
  • war nichtbeschossenes Wild vor Ort
  • verwendete/s Kaliber/Geschossart
  • was wurde bereits unternommen (aufgemüdetes Wild, geschnallte Hunde usw.)
  • Kann der Schütze nicht selbst anwesend sein, sollte ein anderer Ansprechpartner benannt sein, der alle nötigen Auskünfte über die Geschehnisse geben kann