Naturschutz

Alternative für den Maisanbau Der von der Jägervereinigung herausgegebene Flyer sollte jetzt verstärkt durch die Jagdpächter eingesetzt werden. Es ist der richtige Zeitpunkt, weil sie Saatgutbestellungen für das Anbaujahr 2019 jetzt gemacht werden. In einem persönlichen Gespräch mit den Energiebauern kann für den Anbau der “Durchwachsenen Silphie” anstatt Mais geworben werden. Weitere Infos erteilt gerne die Jägervereinigung.”

Maisanbau – alternativlos?

<time datetime="2018-09-01"> September 1, 2018 </time>

Der Maisanbau ist für die Großviehhalter alternativlos, für Energiebauern nicht. Seit mehreren Jahren wird mit zunehmender Tendenz die “Durchwachsene Silphie” von etlichen Betrieben als Ersatz bzw. Ergänzung zur Verwertung in der Energieerzeugung angebaut. Diese in Nordamerika beheimatete, mehrjährige Wildpflanzenart aus der Familie der Korbblütler, entwickelt im ersten Jahr lediglich eine Blattrosette, in den Folgejahren wächst sie bis zu drei Meter hoch und bildet Blüten und Früchte aus. Die Silphie wird als Untersaat mit dem Silomais ausgebracht. So hat der Landwirt im ersten Standjahr der Silphie noch den Ertrag vom Mais. Ab dem zweiten Standjahr werden Erträge erreicht, die dem Silomais nahekommen. Die Dauerkultur kann auf einem Standort bis zu 20 Jahre verbleiben.

 

Die Vorteile für den Landwirt sind erheblich. Mineraldüngung und Pflanzenschutz nur im ersten Jahr, danach nur noch Düngung mit Wirtschaftsdünger, keine Bodenbearbeitung ab dem zwei Standjahr, gute Trockenheitsresistenz, Risikostreuung und –minderung, da eine weitere Art zur Energiegewinnung angebaut wird. Fazit: Durch lange Standzeit und geringem Betriebsmittelaufwand entsteht eine hohe Wirtschaftlichkeit. Die Ernte erfolgt vor dem Mais und es bleibt ein Stoppelfeld bis zum erneuten Austrieb im Frühjahr. Die ökologischen Vorteile sind erheblich. Boden- und Erosionsschutz, gute Humusbildung, Nahrungspflanze für eine Vielzahl von Insekten – durch die spätere Blüte insbesondere für die Bienen. Durch die langsamere Frühjahresentwicklung dienen diese Flächen als Brut-, Setz- und Aufzuchtflächen für Bodenbrüter und Niederwild. Es entstehen keine Wildschäden durch Wildschweine. Der Landwirt muss nicht um sein Viehfutter bangen und die Jagdpächter bzw. Verpächter müssen für keinen Wildschaden aufkommen.

 

Die Jägervereinigung Kreis Freudenstadt wird in diesem Frühjahr eine Aktion zu Gunsten des Anbaus dieser Pflanze starten. Mit einem Flyer und einem persönlichen Anschreiben der Energiebauern im jeweiligen Jagdbezirk durch den örtlichen Jagdpächter soll erreicht werden, das zumindest mit dem Anbau dieser Pflanze begonnen wird. In Pfalzgrafenweiler und in Weitingen wurde bereits mit dem Anbau in zwei Betrieben begonnen.

 

Dieter Dziellak, Naturschutzwart

Naturschutz