Ziegenfest in Horb - Rexingen

Der Lernort Natur Anhänger war am Ziegenfest, zu dem die Weidegemeinschaft Rexingen, deren Förderverein und das Landwirtschaftsamt eingeladen hatten. Seit Jahren ein Erfolgsmodell.

Erstellt am

Die Weidegemeinschaft Rexingen präsentierte am am ersten September-Wochenende im Rahmen der „Gläsernen Produktion“ ihr traditionsreiches Ziegenfest im historischen Schafhaus Rexingen. Gemeinsam mit dem Landratsamt Freudenstadt (Landwirtschaftsamt) und dem Förderverein für Landschaftspflege Rexingen wurde das Fest inzwischen längst zu einem Publikumsmagnet. Am Samstagabend startete das Ziegenfest mit einem gemütlichen Beisammensein, umrahmt von der Live-Musik von Stefan Schmiederer („ d’ Badisch“).

Der Sonntag stellt den Höhepunkt des Festes dar - bereits zur Mittagszeit waren Massen an Besuchern zugegen, um bei bestem Spätsommerwetter dem Ziegenfest ihre Aufwartung zu machen

Viele Spezialitäten lockten die Besucher an: Neben Ziegen-, Rind- und Heidschnucken-Spezialitäten gab es Kaffee, Kuchen und an weiteren Verkaufsständen die selbstvermarkteten Ziegensalami und -wurstspezialitäten zu verkosten. Aber auch Ziegenkäse aus eigener Produktion war gefragt. Die Bauernkapelle Böffingen mit ihrem musikalischen Leiter Michael Käufer spielte zum Frühschoppen und Mittagessen auf. Jürgen Schmitt, der das Projekt Weidegemeinschaft vor rund 22 Jahren tatkräftig mit ins Leben rief und ein Jahr später den Förderverein gründete, kann heute nicht ohne Stolz auf ein Lebenswerk zurückschauen.

Das Ziegenfest gehört inzwischen ohne Zweifel zu den absolut großen Höhepunkten von Festen, die über die Landesgrenzen bekannt geworden sind. Inzwischen steht bereits die zweite Generation ganz vorne in der Führung und Organisation des Festes: Lothar Asprion, Mitgründer der Weidegemeinschaft, hat seinen Teil der Arbeit fast völlig in die Hände seines Sohnes Felix gelegt.

Und diese Umstellung funktioniert prächtig: Neue Ideen wurden umgesetzt und aus den Schulbuben von damals wurden tüchtige Handwerker und Geschäftsleute. Natürlich ist ein solches Fest ohne die Versammlung historischer Schlepper und Traktoren nicht wegzudenken. Auf der Weide gegenüber dem Schafhaus „stapelten“ sich die Traktoren oder nutzten einen aufgebauten Leistungsprüfstand, um die Kraft ihres Gefährts zu messen.

Einen Jägerstand der Jägervereinigung Freudenstadt mit Manfred Reinbold, Markus Welte und Wolfgang Albrecht lockten vor allem Kinder und Jugendliche an. Neben einem Quiz gab es hier Felle zu betrachten oder Tierstimmen zu erraten. Im Streichelzoo der Kinder hielten sich Ziegen auf – die Hüpfburg war ebenfalls ein beliebter Spielort. Rund 100 Heidschnucken und Ziegen werden von der Weidegemeinschaft gehalten. Größeres Vieh wie Kühe wurde nach und nach wieder abgeschafft.

Nach wie vor leistet die Weidegemeinschaft wertvolle Arbeit, indem sie sich vor allem um die Erhaltung der Kulturlandschaft kümmert. Aber die jüngere Generation, die nun nach den Gründern langsam aber sicher in die vordersten Reihen rückt, steht vor herausfordernden Aufgaben.

In diesem Jahr toppte das Ziegenfest wahrscheinlich sogar den Besucherrekord der „Vor-Corona-Jahre“. Das Erfolgskonzept der Weidegemeinschaft basiert in der Kombination der „Gläsernen Produktion“, der familienfreundlichen Ausrichtung des Festes sowie den attraktiven Angeboten für Jung und Alt.

Quelle: Schwarzwälder Bote